Am 10.12.2018 in Cumberland: Weltweite Lesung für Pressefreiheit und in Erinnerung an Jamal Khashoggi zum 70. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte

Nicht nur in Saudi-Arabien, sondern weltweit verschwinden Journalist*innen, werden ermordet oder inhaftiert. Am 10. Dezember, dem 70. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte, setzen wir ein Zeichen. Prominente Hannoveraner*innen werden Texte ermordeter Journalist*innen lesen. Zu Gast sind u. a. Rania Mleihi (Dramaturgin Schauspiel Hannover), Christina Végh (Kestnergesellschaft) und Ulrika Engler (Landeszentrale für politische Bildung). Sie lesen Texte von Jamal Khashoggi, Ján Kuciak, Kim Wall, Anna Politkovskaja u. a. Der Eintritt für die Lesung ist frei, Zählkarten gibt es an den Kassen der Staatstheater.

Am 10. Dezember 1948, vor 70 Jahren, wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Palais de Chaillot in Paris verkündet. Anlässlich dieses Jahrestages ruft das internationale literaturfestival berlin (ilb) Menschen, Institutionen, Universitäten, Schulen und Medien, denen Pressefreiheit und Menschenrechte wichtig sind, zur Organisation und Teilnahme an einer weltweiten Lesung in Gedenken an den getöteten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi auf.

Im letzten Text, den der 59 Jahre alt gewordene (am 13.10.2018 hätte er seinen sechzigsten Geburtstag gefeiert) saudische Journalist geschrieben hat und den die Washington Post zwei Wochen nach seinem Verschwinden publiziert hat, fordert Khashoggi mit großem Nachdruck die Meinungsfreiheit in der arabischen Welt ein. Für seine klare Haltung hat der Journalist nun mit seinem Leben bezahlt.

Dieser Fall ist der Höhepunkt einer Reihe von oftmals unaufgeklärten Morden an Journalistinnen und Journalisten in den letzten Jahren, wie die jüngsten Beispiele in Mexiko, Bulgarien, Malta und der Slowakei gezeigt haben. Die Presse- und Meinungsfreiheit, deren Unerlässlichkeit Khashoggi mit Blick auf die arabische Welt betont hat, ist überall bedroht, auch mitten in Europa. Folglich sind Journalistinnen, Journalisten und politische Oppositionelle selbst im Exil längst nicht mehr geschützt, wie dieser Fall auf eklatante Weise zeigt. Jamal Khashoggi ist nur das bislang prominenteste Opfer.

Wenn der Fall, als der spektakulärste von allen Journalistenmorden der letzten Jahre, nicht zu Konsequenzen führt – was dann? Wer wird der nächste ermordete Journalist, Aktivist, Oppositionelle sein, und in welchem Land? Der Schutz von Journalisten und Aktivisten ist der Schutz aller Menschen. Der Fall darf auch nach dem Teilgeständnis der Saudis nicht unter den Tisch gekehrt werden. Die Erinnerung an Khashoggi anlässlich des Jahrestages der Deklaration der Menschenrechte soll dies mit Nachdruck deutlich machen.

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