Diebische Freude + Alptraum-Improvisationen = urkomische Groteske. Die letzten Vorstellungen von »Perplex« am 21.04. + 17.05.

In einem Interview hat Marius von Mayenburg mal erzählt, dass er den Großteil des Inhalts, bzw. die Struktur seines Stückes Perplex geträumt habe. »Es war nicht einmal ein sonderlich schöner Traum, eigentlich war es ein Alptraum. Ich war im Urlaub, und der Traum handelte davon, nach Hause zu kommen. Der Rest sind meine persönlichen Obsessionen, autobiographischer Müll, durchschnittliche Sex- und Gewalt-Fantasien, Reste von politischem Bewusstsein und die grundsätzliche Angst vor dem Tod.«

Klingt nicht sonderlich erbaulich? Gut, dass er für die Uraufführungsinszenierung ein spielfreudiges Ensemble aus zwei Damen und zwei Herren zur Verfügung hatte, das sich mit Verve in Improvisation und skurrile Überzeichnung warf, die am Ende urkomisch statt alptraumartig gerieten. Irgendein armer Knecht, vielleicht eine unbezahlte Dramaturgiehospitantin, durfte das ganze Ergebnis dann aufschreiben und herauskam eine der turbulentesten Komödien (wahrscheinlich trifft Groteske es besser, denn tatsächlich ist die Komödie zur Fratze verfremdet), die man sich vorstellen kann.

Um Realismus geht es bei Mayenburgs Versuchsanordnung – ein recht durchschnittliches Paar kommt aus dem Urlaub zurück, ein anderes Paar ist derweil in ihre Wohnung eingezogen – natürlich nicht. Die Szenen und Figuren verändern sich ununterbrochen, die Handlung vollzieht sich Schlag auf Schlag. Man guckt sich das an und lässt sich reinziehen in die Befindlichkeiten von Au-Pair-Mädchen, Putzfrauen, Nazi-Söhnen, Vulkanen, Elchen, Bühnenhandwerkern, Regieassistentinnen usw. Das ist wohl das berühmte „Schauspieler*innentheater“: Wahnsinnig viel Lust an der Verstellung, Komik, Verkleidung, Überzeichnung. Es macht eine diebische Freude.

Man sollte sich den Spaß nicht entgehen lassen. Entweder am Ostersonntag, 21.04. oder, zum letzten Mal, am 17.05.

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