Ein literarischer Drogentrip. Rasha Abbas zu Gast bei ARABESQUES

Als “literarischen Drogentrip” beschreibt mikrotext-Verlegerin Nikola Richter im Interview mit Autorin Rasha Abbas (Klick!) deren Texte. Zwei Bände mit Kurzgeschichten und eine Erzählung hat die syrische Autorin bisher auf deutsch veröffentlicht.

Ihre Kurzgeschichten bewegen sich irgendwo zwischen pointiertem Humor und plötzlich eintretendem Horror. Meistens, wenn man es am wenigsten erwartet, nehmen die Texte und ihre Protagonist*innen plötzlich einen Ausflug ins Fantastische, Unheimliche oder Surreale. Da stachelt eine fiktive Verlegerin der Verkaufszahlen willen zu immer absurderen literarischen Gewaltfantasien an, die Vorweihnachtszeit gerät zu einem Bootcamp, um sich gegen die Hipster-Apokalypse in Berlin abzusichern, und Vitamin D12 wird zur neuen Partydroge. Dazwischen immer haarscharfe und urkomische Beobachtungen des (deutschen) Alltags beim Kennenlernen eines Landes, seiner Behörden, Menschen und Strukturen.

Rasha Abbas ist in Damaskus geboren, hat in Beirut gelebt und ist schließlich nach Berlin ausgewandert. Anders als viele anderen ganz legal mit einem Flugticket, das betont sie kokett und gleichzeitig etwas beschämt. Auch darüber gibt es eine Kurzgeschichte.

Ihre Herkunft ist für sie Thema, aber keines, das im Vordergrund steht. Im Interview sagt sie, dass sich ihr natürlich immer die Frage nach der Rolle ihrer Identität stellt und ob sie ihre Herkunft, ihr Exil und den Syrienkonflikt zu ihren Themen machen soll. Für sich selbst beantwortet sie die Frage so: “Literatur ist kein Instrument für Widerstand oder Veränderung, sondern eine Reflektionsfläche. Identitätsfragen halten oft davon ab, die Arbeit zu machen, die man eigentlich machen will. Wenn man es so sieht, hat die Identität dann direkt erst einmal nichts mit dem Schaffen zu tun. Aber indirekt natürlich schon. George Orwell hat selbst gesagt, dass Literatur nicht unpolitisch sein kann. Natürlich fließen deine Herkunft und deine Vorstellungen mit ein.”

Am 1. April (nein, kein Aprilscherz!) ist Rasha Abbas um 20 Uhr bei ARABESQUES in Cumberland zu Gast. Gastgeberin Rania Mleihi setzt mit ihr den Salonabend mit Künstler*innen aus dem arabischen Raum fort, die sie alle persönlich kennt und mit denen sie über das Arbeiten zwischen Heimat und Exil spricht.

TICKETS hier.

 

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