Er spricht aus was keiner denkt

Ein Abend mit Jürgen Kuttner ist auch nach seiner eigenen Aussage immer etwas anderes. Immer wieder gestaltet er neu, sammelt Videoschnipsel und entdeckt in diesen kurzen Ausschnitten Dinge und Zusammenhänge, die wohl viele andere nicht sehen würden. Kuttner erklärt die Welt.

Kuttner ist ein Mann vom Radio. Obwohl er diesmal auch zu sehen war, ist es doch seine Stimme, die die Hintergründe vor einem Schnipsel immer wieder mit einer Dynamik und dem nötigen Wortwitz erklärt, sodass man es kaum noch erwarten kann, den kurzen Ausschnitt dann auch zu sehen. Das sind dann Ausschnitte, die zweifellos in die Kategorie „unglücklich formuliert“ fallen und man sich zunächst selbst fragen muss, ob das genau so gesendet wurde. Aber ja, alle Ausschnitte gingen genau in dieser Form über den Äther.

Doch was zeichnet diesen Abend aus? Warum ist er mehr als nur ein kommentierter Zusammenschnitt aus Fernsehbildern? Ganz klar: Es ist eine neue Perspektive, aus der die Dinge gesehen werden. Es entwickelt sich aus einem offensichtlichen Zusammenhang à la „unglücklich formuliert“ eine tiefgründige Analyse, die für einige Augenblicke auch sehr nah am Leben der Menschen steht, dann allerdings bei einigen, nicht bei allen Clips, von der Spur abkommt. Aber dies ist keinesfalls negativ gemeint. Kuttner ist sich dessen bewusst und bringt Argumentationen ein, die sich der empirischen Wissenschaft eher entziehen, wie zum Beispiel die Numerologie. Wenn auch nicht ganz ernst gemeint. Er öffnet sozusagen viele Schubladen mit Perspektiven und lädt dazu ein, alle einmal zu überdenken und anzunehmen beziehungsweise die Schublade schnell wieder zu schließen.

Einige Gedanken aus der Vorstellung eignen sich also auch, um kleine Anekdoten auf Lager zu haben, die man Freunden gern einmal erzählt. Jürgen Kuttner wird bestimmt bald wieder in Hannover zu sehen sein. Ein Tipp ist er allemal.

Nächstes Mal: Samstag, 23. Juni 2018., 20:00 Uhr, es gibt 2 Karten zum Preis von einer
INFOS UND TICKETS HIER

Foto: Katrin Ribbe

Dieser Beitrag von Luca Wolff erschien zuerst auf dem Blog des Schauspiel Hannover, www.schauspielhannover.blog

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