EUROPEANA – Gastspiel des Prager Theater am Geländer

Fans des internationalen Theaters aufgepasst! Am 18. + 19. Juni gastiert das Prager Theater am Geländer in Cumberland. Das Gastspiel in tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln kam zustande durch unsere mehrfachen Einladungen zum Prager Theaterfestival deutscher Sprache und wir freuen uns sehr auf den Gegenbesuch aus der tschechischen Hauptstadt.

Die Fotos und der Trailer – viele marthalereske Einlagen, witzige Einfälle und tolle Musik – machen uns jedenfalls schon mal richtig neugierig!

»Aber viele Leute kannten diese Theorie nicht und machten weiter Geschichte, als ob nichts gewesen wäre.«

Das europäische 20. Jahrhundert in knapp zwei Stunden: Mit der richtigen Vorlage ist das möglich – und die hat das Prager Theater am Geländer bei dem prominenten tschechischen Autor Patrik Ouředník gefunden. 2001 hatte Ouředník mit Europeana eine »kurze Geschichte Europas im zwanzigsten Jahrhundert« – so der Untertitel – veröffentlicht, die eine breite Leserschaft begeisterte, in über zwanzig Sprachen übersetzt und von vielen zum interessantesten Buch des Jahres 2001 erklärt wurde. Mitnichten versucht Ouředník darin, einen gelehrten Überblick über die historischen Ereignisse des Jahrhunderts zu geben – für ihn wird das 20. Jahrhundert zu einer literarischen Figur, für deren umfassende Wesensbestimmung die historischen Schlüsselereignisse ebenso bedeutsam sind wie die banalen Dinge des Alltags: Wie in einem einzigen großen Atemzug werden der Holocaust, die Erfindung des Büstenhalters, der Dadaismus, die Atombombe oder das Radfahren gleichwertig nebeneinander gestellt. Dadurch eröffnen sich nicht nur ganz neue Perspektiven, sondern auch absurde und ungeahnte, geradezu tragikomische Zusammenhänge, zumal die Chronologie der Ereignisse völlig durchbrochen wird.

In seiner szenischen Umsetzung komprimiert Regisseur Jan Mikulášek Ouředníks Europabild auf ein Firmenmeeting, in dem acht (zunächst) entsprechend seriös anmutende Schauspielerinnen und Schauspieler die erzählte Geschichte er- und durchleben. Der monologartige Text von Patrik Ouředník wird dabei zwar gekürzt, aber unverändert gesprochen. Im Sitzungsraum mit angrenzendem Raucherzimmer spielen sich die großen Katastrophen der Menschheit szenisch ganz im Kleinen, manchmal nur im Detail ab. Aktentaschen, Kaffeetassen und Papierstapeln wird dabei eine ganz besondere Rolle zuteil. Als assoziationsreiche weitere Ebene setzt Mikulášek musikalische Einspielungen ein. So singen, fast schon stöhnen die Schauspieler Beethovens Europahymne, sie tanzen ekstatisch zu Wagnerklängen oder wird die Handlung von Volksmusik untermalt…

TICKETS gibt es HIER.

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