»Um fünf Freunde werd’ ich weinen« – »Ich wollt’ ein Lied, DAS Lied, und kann’s nicht schreiben« zum letzten Mal am 7. Mai 2019

Liebes Lied,

das ich nie schreiben konnte und dann doch geschrieben habe. Dank deiner Beharrlichkeit, muss man ehrenhafterweise sagen bzw. schreiben, denn habe ich dich etwa gesucht? Nein, ich war sehr zufrieden so ohne dich, doch du hast mich gefunden und mir in den Kopf gesetzt, dass aus uns beiden etwas werden soll. So sind wir uns plötzlich überall begegnet: Ein Wort, über das ich gestolpert, eine Verszeile, an der ich wie an einer Türkante hängen geblieben bin, eine Melodie, die mich aus einer mitternächtlichen Fahne heraus anwehte – du warst überall. Anfangs scheinbar zufällig, zart und leise, gingst du bald dazu über, mich systematisch zu verfolgen. Hast mich im Traum überfallen, aus Lautsprechern heraus angeschrien, zwischen Buchzeilen heimgesucht, bis ich mich dir endlich ganz hingegeben habe.

Und so wurde deine Geburt dann eine ganz leichte.

Hausintern heißt du einfach nur »DAS Lied« und das bist du wohl geworden: Ein einziges Lied, in dem sich die Worte in vielfacher Form ihren Weg bahnen und das, was nicht gesagt werden kann, dennoch aus dir spricht.

Zu fünft vereint entlassen wir dich auch heute wieder und schon zum vorletzten Mal in die Cumberlandsche Galerie, denn diese Fünf braucht es, um dir jedesmal auf’s Neue zu dir zu verhelfen. Und so werde ich beim allerletzten Mal auch nicht um dich trauern: Dich trage ich immer bei mir, nehme dich mit, wo-hin ich gehe. Aber um die 5 Freunde, die wir sind, um die werde ich weinen.

Text von Carolin Haupt

Ich wollt’ ein Lied, DAS Lied, und kann’s nicht schreiben zum vorletzten Mal am 30. April und zum letzten Mal am 7. Mai in Cumberland

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