Teilzeit-Flaneure flanieren letztmalig

Es schwang schon ein wenig Wehmut mit, bei der 24. und damit vorletzten (“Ooooooh”) Ausgabe der Teilzeit-Flaneure bei uns in Cumberland. Für alle, die das Format noch (immer) nicht kennen: Es ist eine “Lese-Show” von Hartmut El Kurdi (auch bekannt als Autor, Kolumnist, Dramaturg, Darsteller, Musiker…), musikalisch umrahmt und untermalt von der Lindener Band Wohnraumhelden mit lesenden Gästen aus den Bereichen Satire, Pop, Polemik, Politik und komischer Literatur. Jedes Mal, wenn Gastgeber Hartmut El Kurdi und Wohnraumhelden-Frontmann C. Stein-Schneider anhoben, um tatsächlich das Ende der Reihe nach drei Spielzeiten noch einmal zu erwähnen, ging ein kollektives “Oooooh” durch das Treppenhaus.

Star-Gast Thomas Koch lies sich von diesen kurzzeitigen “Stimmungsmulden” jedoch nicht beirren und steuerte Texte, die ihm unter anderem von seinem Literaturtherapeuten (“Ich leider an anhaltender Kalaueritis”) verordnet wurden, bei. Ein Beispiel für Kalaueritis? Das Nachdenken darüber, wo der Pferdedressursport erfunden wurde. Klarer Fall, dass das in Reit im Winkl der Fall gewesen sein muss. So liest er also aus seiner persönlichen Kalauer-Endlagerstätte, später wird aus einem autobiografisch begonnenen Text rund ums “Untenrum” (ach, was sind wir nur alle so verklemmt!) eine ernste Abrechnung mit den sexuellen Übergriffen von Genitalverstümmelung bis Vergewaltigungs-Freifahrtschein, die im Namen der diversen Weltreligionen ausgeführt werden. Wie passend am internationalen Tag der genitalen Selbstbestimmung! Zum Schluss wird es dann aber noch mal humoristisch, wenn Koch feststellt, dass sich plötzlich in seinem eigenen Freundes- und Bekanntenkreis immer mehr “alte Leute” einfinden, deren Hauptgesprächsthemen um Barrierefreiheit, Rücken und schwindendes Haupthaar der Farbe friedhofsblond kreisen. Dazu ein Gedicht:

“Die Zeit, wie sie rennt,
gestern noch Mensch, und heute Patient.”

Auch Gastgeber Hartmut El Kurdi wurde beinahe vom Stuhl gerissen vor Lachen, ob so viel Wahrheit in nur zwei Zeilen. Er hat also einiges vor, wenn er für die 25. und tatsächlich letzte (“Ooooh”) Ausgabe der Teilzeit-Flaneure am 4. Juni eine “Wahnsinnssause” verspricht. Zu Gast ist dann ZEIT-Online-Kolumnistin und Autorin Mely Kiyak, die bereits einmal mit ihren lustigen, politischen, klugen Texten und einem nicht zu unterschätzenden Sekt-Konsum Cumberland zum Tränen lachen brachte. Sie habe für dieses Mal Crémant bestellt, weißt El Kurdi, der persönlich beleidigt wäre, wenn seine kleine feine Lese-Show am 4. Juni nicht im Vorfeld ausverkauft wäre.

Also, ran an die Tickets! Telefonisch unter 0511 9999 1111, persönlich an unseren Kassen, oder ganz modern im INTERNET HIER.

Teilzeit-Flaneure: Letzte Show am 4. Juni mit #melykiyak. Nicht verpassen!

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