Wer den Witz erklärt, kriegt einen Elephant Nose Blow ohne Schinkenspeck. »Perplex« zum letzten Mal am 17.05.19

Der Abschied von Perplex quält. Nicht nur, weil ich das Stück gern noch öfter gesehen hätte. Vielleicht einfach auch gern auf regelmäßiger Basis, einige Male im Jahr. Immer, wenn ich vergesse, dass Dinge theoretisch auch einfach in eine völlig bescheuerte Richtung umschlagen könnten.

Nein, der Abschied von Perplex quält auch aus einem anderen Grund. Was soll man über eine großartige Komödie sagen, die eigentlich, strenggenommen, keinen Inhalt hat, außer vier Personen in eine Reihe von absurd-surreale Szenen voller Fremdscham und Zick-Zack-Dialoge zu schmeißen und ihnen dabei zuzuschauen, wie sie sich ebenso absurd-surreal verhalten? Keine Beschreibung zum Thema Komik wird dem gerecht, keine Witzanalyse. Eh: Wer die Pointe verrät, macht den Witz kaputt und das Betriebsgeheimnis eines Scherzes offenzulegen macht ihn tot. Ist auch viel schöner nicht drüber nachzudenken, warum Perplex so wahnsinnig lustig ist, auf seine ganz schräge, campige Art, die sich an keiner Stelle selbst erklären will.

Wer auch über das Elchkostüm in einem sonst eher hochkulturigen Umfeld gestoplert ist und das schon für einen extrem guten Witz hält, dem sei gesagt: Perplex hält, was das Kostüm verspricht.

Heute zum letzten Mal. Ich glaube, es ist an der Zeit für einen »Elephant Nose Blow« für alle (Curaçao, Ginger Ale, Wodka, Cranberry, Lime Juice, Rohrzucker, krosser Schinkenspeck).

von Gila Hofmann

Foto (c) Katrin Ribbe

Perplex zum letzten Mal am 17.05.19 um 20 Uhr in Cumberland

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